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Das Licht und die Dunkelheit

Autor: Max | Datum: 23 Oktober 2014, 18:10 | 0 Kommentare

23. Oktober 2014

 

Am Tag ist es hell und in der Nacht ist es dunkel, das ist klar.

Was in den Ländern nahe des Äquators also auch in Ruanda anders ist, ist das es 365 Tage im Jahr um 6 Uhr hell und um 18 Uhr dunkel wird. Darum sagen die Rwander auch zu 7 Uhr morgens (weil von 6-7 Uhr die erste helle Stunde ist) „ni sa moya“ also in Kiswahili (nicht in Kinyarwanda): die erste Stunde. Dann geht’s die ganzen Zeiten durch bis zur 12. Stunde also 19 Uhr und dasselbe für die 12 dunklen Stunden.

Auf jeden Fall lohnt es sich zu sehen, dass man die hellen Stunden sinnvoll nutzt. Auch weil die dürftige Straßenbeleuchtung in Kigeme es für mich schwer macht, auf der nicht asphaltierten Straße zu laufen, ohne mir weh zu tun.

Sowieso endet das öffentliche Leben hier auf dem Land nach der Dämmerung. Der letzte Bus fährt um ca. 19.30 Uhr, also wenn es schon stocken duster ist.

Da ich von 8-17 Uhr arbeite, mit 2 Stunden Pause, habe ich im Grunde drei helle Stunden, die mir zu freien Verfügung stehen. Die Pause verbringe ich meistens mit Kochen, Essen, Schreiben, Schlafen, manchmal Skypen und/oder Natur gucken.

Der Ausblick zur Vorderseite aus meinem Haus ist bei jedem Wetter unglaublich schön. Ich versuche, ihn nicht zum Alltag werden zu lassen und halte jedes Mal, bevor ich meine Türe aufschließe, einen Moment inne und betrachte das Meer aus Hügeln, das bis zum Horizont reicht. Eigentlich sind sie so groß, dass man eher Berge sagen müsste, aber sie sind nicht felsig, sondern komplett bewachsen. Die Hügel gehen ineinander über. Sie haben Ausläufe, die ins Tal führen oder zu neuen Hügeln werden und so eine Art Gebirgskamm bilden. Die Dörfer und Städte  sind fast nur auf den Hügeln gebaut und die Straßen, die sie verbinden, führen über diese Kämme. Also besteht meine nähere Umgebung eigentlich eher aus Tälern als aus Bergen;)

Zurück zu meinem Ausblick: die Berge am Horizont erscheinen blau und werfen dunkelblaue Schatten aufeinander. Die näher stehenden Berge erscheinen grüner und schieben sich wie Pappkulissen von rechts in meinen Blick. Links führt die nicht asphaltierte Straße über seinen solchen Auslauf in einer großen Rechtskurve zu dem Berg, auf dem das Krankenhaus steht. Das Krankenhaus besteht aus mehreren einzeln stehenden Gebäuden,  sodass ich einige davon von mir aus sehen kann. Genau in der Mitte von alldem ragt ein kleinerer komplett frei stehender Hügel aus dem Tal hervor. Er ist terrassiert sodass die Bauern, die auf der Kuppe in einer kleinen Lehmhütte wohnen, ihre Saat ebenerdig über den ganzen Hügel bringen können. Jeder Berg ist terrassiert, was ein wundervolles Spiel aus Licht und Dunkelheit erzeugt.

Die Stunde nach der Arbeit verbringe ich mit Tagebuch und ab und zu sogar mit Blog schreiben, fahre nach Nyamagabe auf den Markt, um einzukaufen, erledige Dinge im Haushalt oder sitze einfach nur auf der Couch, trinke Tee und guck Videos, was ich dann auch im Dunkeln noch mache.

Die Dunkelheit empfinde ich eher als etwas Nerviges. Man ist auf den Strom angewiesen, der jetzt in der Regenzeit des Öfteren grade abends ausfällt. Ich habe schon in jeden Raum eine Taschenlampe gestellt. Nicht so effektiv, aber schöner als Taschenlampenlicht ist das Licht von Kerzen und dem Kamin, und wenn ich grade nichts zu tun habe, wobei mich der Stromausfall unterbricht, genieße ich es schon ein wenig im Schein des Kamin Feuers auf der Couch zu liegen und über meine Zeit hier nach zu denken

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